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Vortsagsreihe

Events

 

am 02.04.2015 um 19:00 Uhr

 

Wien und Istanbul sind zwei Städte, die unter dem Druck standen, Hauptstädte der untergegangenen Monarchien zu sein. Sie verfielen sowohl in den Traditionalismen als auch in die Flucht vor der eigenen Vergangenheit; die dennoch ihre Neuanfänge finden konnten. Die Moderne, die die Gesellschaften mit sichtbaren und unsichtbaren Linien verbindet, ging auch über die Grenzen dieser beiden Städte hinaus und brachte und verband deren Menschen zusammen. Manche dieser Linien gingen aus Wien hervor und erreichten Istanbul, manch andere flossen durch die beiden hindurch, alle schlossen aber alle an alle, eine Welt in Netzen.

Im Kontext der Moderne ist die Nicht-Begegnung genauso interessant wie die Begegnung. Es wirft meistens Licht auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Gesellschaften, manchmal jedoch auch auf ihre unerwartet zeitgleiche Rendezvous. Uns aber interessieren in diesem Projekt die Linien, die durch die Kunst hergestellt werden. Die Hervorhebung und Verdeutlichung dieser Linien, die den beiden Städten unbemerkt eine gemeinsame Sprache verleihen, aber auch deren Unterschiedlichkeit vor Augen führen, ist der Grund, auf dem wir stehen und bilden das Zentrum und der langfristige Zweck unseres Projektes.

Die Jahrhundertavantgarden, die in der Türkei über Dekaden unsichtbar waren, trafen die türkischen KünstlerInnen zwar quer durch die Zeiten, aber in verwandten gesellschaftlichen Entwicklungsphasen. Während die Vibrationen der Wiener Schule um Arnold Schönberg İlhan Usmanbaş in Ankara in 50’er Jahren erreichten, erreichten die Impulse vom Wiener Aktionismus die Türkei in 90’er Jahren. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen…

Alper Maral, nach seiner Veröffentlichungen zum Thema, mit dem Schwerpunkt europäische Modellen in der türkischen zeitgenössischen Musik, würde er den Orientierungswechsel der türkischen TonkünstlerInnen in Richtung Wien—in die Dodekaphonik, d.h. Zwölftonmusik als eine Art Predetermination im Sinne Weberns, wenn nicht seines Mentors Schönbergs, schildern: Wie der Serialismus “Wiener Ordnung” andere Modernisierungsträume erweckt habe, und warum und wie immer ein Oszillieren zwischen domestizierter, formbezogener Grammatik des Abendlandes und der prozess-bezogener Determination aus entheimatlichter Utopia existiere.


Komponist und Musikwissenschaftler Doz. Dr. Alper Maral, geboren 1969 in Istanbul, Studium der Politik- und Sozialwissenschaften und danach Quereinstieg in Musikwissenschaft mit einem Kompositionsstudium und darauf folgend einer Promotion, beschäftigt sich überwiegend mit den Beziehungen zwischen zeitgenössischer Musik und Politik. Derzeit lehrt Maral als ordentlicher Dozent für Filmmusik, Musikwissenschaft und Musikethnologie an der Technischen Universität Yıldız und als Lehrbeauftragter an den Bilgi- und Galatasaray Universitäten in Istanbul. Als Komponist sind seine bevorzugten Genres Musiktheater, elektroakustische Musik, Kammermusik und Neukompositionen für alte Instrumente. Der Bass-Posaunist und Blockflötist Alper Maral ist Mitbegründer zahlreicher Ensembles, Mitglied der IGNM-excom, Mitbegründer der Kooperative für Neue Musik, Sekretär der Cultural Studies Foundation, u.a.

 

am 03.04.2015 um 19:00 Uhr

 

Der Kunsthistoriker und Schriftsteller Barış Acar, der sich auf das Gebiet der zeitgenössischen Kunsttheorie spezialisiert, wird eine Präsentation geben, die die zeitgenössische Kunstverständnisse der beiden Gesellschaften vergleichen wird. Die 60’er Generation und deren Avangardismus, den wir als den letzten Bruchpunkt der Moderne bezeichnen können, war einer der wichtigsten Faktoren, die die Kunst unserer Gegenwart prägen. Wir können die Ausläufer der zeitgenössischen Kunst, dessen wichtigster Teil in Österreich der Wiener Aktionismus war, in den 90’er Jahren in der türkischen Kunst wieder finden. Barış Acar hat vor, Wien und Istanbul, die beiden Hauptstädte des gegenwärtigen Kunstmarkts, in Bezug auf dieses Thema zu vergleichen.

Kommunikationssprache: Englisch


Barış Acar, geboren 1977 in Aydın, Studium der Physik und gleich danach das Masterstudium auf der Kunstgeschichte der Ankara Universität. Seit 1997 Arbeiten und Publikationen über Kunsttheorie, Film und Literatur; Mitbegründung der verschiedensten Zeitschriften und Lektorat der Bücher wie von A. Danto, H. Foster, R. Senet usw. Lehrauftrag auf der Anadolu Universität über Kunstgeschichte- und theorie. Derzeit Dissertation auf der Akademie der Bildenden Künste in Wien.